Lebenslauf im ki-zeitalter: so stechen sie heraus!
Die Jobsuche im Modebereich ist härter denn je. Entlassungen, Stillstände und Umstrukturierungen haben zu einem Überangebot an Bewerbern geführt. Doch es gibt Hoffnung: Künstliche Intelligenz (KI) kann Ihnen helfen, sich von der Masse abzuheben – wenn Sie sie richtig einsetzen.
Die alte formel: weniger ist mehr
Der klassische Lebenslauf ist oft zu unflexibel, um die Kreativität eines Bewerbers widerzuspiegeln. Marisa LoBianco vom Pratt Institute betont: „Ein Lebenslauf ist kein umfassendes Dossier, sondern ein Stimmungsbild Ihrer Fähigkeiten.“ Viele Studierende wollen alles auflisten, aus Angst, eine wertvolle Erfahrung zu verlieren. Carla Carstens, Karriereberaterin für Mode und Beauty, rät: „Der Lebenslauf sollte nicht nur eine berufliche Zusammenfassung sein. Er muss überzeugend argumentieren, warum gerade Sie der richtige Kandidat für die Stelle sind.“
Vermeiden Sie vage Formulierungen wie „involviert gewesen“, „Teil eines Teams“ oder „mitgeholfen“. Seien Sie präzise! Beschreiben Sie, was Sie konkret gemacht haben, nicht nur, was das Unternehmen oder das Team getan hat. Statt ‘assistiert dem PR-Team bei Pressetagen und Sample-Management’ schreiben Sie beispielsweise: ‘Koordination des Sample-Traffics und der Showroom-Logistik für die FW24 Pressetage in Damen- und Accessoirekollektionen.’

Kursarbeiten als trumpf
Ein häufiges Problem für Absolventen ist der Mangel an Berufserfahrung. Millie de la Valette von Louis Vuitton legt Wert auf das Portfolio, weniger auf eine prall gefüllte Berufserfahrung. Gerade für junge Designer sind die Fähigkeiten, die in Kursarbeiten erworben wurden, von unschätzbarem Wert – wenn sie überzeugend im Portfolio präsentiert werden.
Baron Osuna von LVMH empfiehlt, das Portfolio nicht nur mit „schönen Styling-Bildern wie aus einem Magazin“ zu füllen, sondern es persönlicher und detaillierter zu gestalten. Zeigen Sie Ihre Zeichnungen, Ihre Denkprozesse, Ihre Inspirationen und Moodboards – geben Sie einen Einblick in Ihre Kreativität.
Auch scheinbar irrelevante Jobs, wie beispielsweise im Einzelhandel oder im Servicebereich, können sich auszahlen. Mallory Brendel von Diane von Furstenberg betont, dass diese Jobs Organisationstalent, Zeitmanagement und Teamfähigkeit demonstrieren.

Ehrlich sein und sich verkaufen
Wichtig: Übertreiben Sie Ihre Erfahrungen nicht und lügen Sie nicht! Im Modebereich ist das Netzwerk klein, und die Leute kennen sich. Wer beispielsweise behauptet, einen kompletten Entwurf für ein Kleidungsstück geleistet zu haben, während die Senior-Designer wissen, dass jemand anderes die Hauptarbeit geleistet hat, verliert sofort an Glaubwürdigkeit.
Siena Craigie, eine ehemalige Kreativschreiberin, fand ihren Weg in die Modebranche, indem sie kleine Marken auf Instagram und TikTok recherchierte und diese direkt kontaktierte. Dieser proaktive Ansatz zahlte sich aus und ermöglichte ihr den Einstieg.
Ki als werkzeug – nicht als ersatz
Die Nutzung von KI bei der Erstellung von Lebensläufen ist mittlerweile Standard. LoBianco rät ihren Studenten, KI zur Formulierung von konkreten, ergebnisorientierten Bulletpoints zu nutzen. Nutzen Sie KI, um Ihren Lebenslauf an die jeweilige Stellenanzeige anzupassen und eine Master-Version aller Erfahrungen zu erstellen. Aber:
Vergessen Sie nicht den menschlichen Faktor! Der Lebenslauf ist nur ein Puzzleteil. Es sind Ihre Arbeit und Ihre Persönlichkeit, die Sie letztendlich zum Erfolg führen.
Jennifer MacDonald vom The New School betont: „Die jungen Leute, die im Modebereich auffallen, sind diejenigen, die authentisch sind – und sich selbst treu bleiben. In einer Branche, die von Trends geprägt ist, ist es wichtig, sich abzuheben.“
