Maine: der demokratische senatskampf – ein polit-fiasko?
Der Tag, an dem ich endlich die endlose Berichterstattung über den demokratischen Senatswahlkampf in Maine hinter mir lassen konnte, fühlte sich an wie eine Befreiung. Acht Stunden noch, dann konnte ich mich von dem Spektakel des sogenannten 'Graham Platner Extravaganza' verabschieden. Doch die selbstzerstörerische Art und Weise, wie die Demokraten ihre inneren Konflikte an die Öffentlichkeit tragen, wirft ein düsteres Licht auf die Partei.

Ein echo des jahres 2016: polarisierung und selbstzerfleischung
Es ist ein offenes Geheimnis, dass die Tendenz der Demokraten, ihre internen Debatten mit der Presse zu teilen, ihnen selten dienlich war. Der jetzige Zustand erinnert erschreckend an die chaotischen Vorwahlen von 2016, ein politisches Desaster, das ich so noch nicht erlebt hatte. Die aktuelle Situation hat die Wählerschaft der Demokraten gespalten, und das auf eine Weise, die den Ausgang des gesamten Wahlkampfs gefährdet.
Zugegebenermaßen gibt es Argumente dafür, dass die Attacken gegen Platner auf berechtigten Bedenken hinsichtlich seiner populistischen Rhetorik beruhen. Doch der Mann scheint keinerlei interne Überprüfung seiner Vergangenheit vorgenommen zu haben, bevor er überhaupt in den Ring stieg. Es ist eine Sache, wenn Berater seine Schwächen ausnutzen, aber eine ganz andere, wenn diese Schwächen den eigenen Gegnern in die Hände spielen.
Die erschreckende Passivität von Janet Mills: Ein weiterer Aspekt dieser Wahl ist die fast schon gespenstische Präsenz von Janet Mills. Wenn man kandidiert, dann sollte man kämpfen, unabhängig davon, wie weit man hinter den Erwartungen zurückliegt. Stattdessen scheint Mills auf ein Wunder zu hoffen, während ihre Gegner sich gegenseitig zersetzen.
Die Geschichte hat uns bereits gezeigt, welche verheerenden Folgen politische Zögerlichkeit haben kann. Die Bestätigung von Brett Kavanaugh im Supreme Court, maßgeblich durch die Unentschlossenheit von Susan Collins, ist ein mahnendes Beispiel für die Bedeutung der Rechtsstaatlichkeit. Wir können uns keine weitere zweifelhafte Mehrheit in der Republikanischen Senatsmehrheit leisten. Alles andere ist nur Nebensache.
Die Republikaner haben durch die Fehler und das Zögern ihrer Gegner bereits einen großen Schritt zur Macht gewonnen. Es liegt an den Demokraten, sich zusammenzureißen und eine starke, geeinte Front zu bilden – oder das Land wird die Konsequenzen tragen müssen. Die Zeit des Selbstmitleids und der internen Streitereien ist vorbei.
