M.I.A. entwirft Kleidung gegen Überwachung: Schützt sie wirklich vor Big Tech?
Die Angst vor allgegenwärtiger Überwachung ist real – und Musikerin M.I.A. versucht, mit ihrer neuen Bekleidungsmarke Ohmni darauf einzugehen. Die Kollektion, die ab 2025 erhältlich ist, verspricht, persönliche Privatsphäre und Autonomie zu schützen, indem sie Kleidungsstücke anbietet, die elektromagnetische Frequenzen blockieren sollen. Doch ist das mehr als nur ein teures Accessoire?

Die Idee hinter Ohmni: Schutz vor der digitalen Welt
Die Modebranche ist selten ein Ort für politische Statements, doch M.I.A. scheint hier eine Ausnahme zu bilden. Ihre Designs, darunter eine Aluminiumkappe, ein Trenchcoat und eine Bauchtasche, sind bewusst provokativ und erinnern an die Kleidung von Aktivisten und sogar an militärische Einheiten wie die Irische Republikanische Armee. Die Idee ist simpel: Schütze dich vor den allgegenwärtigen Augen der Technologie, indem du dich entsprechend kleidest.
Ich muss gestehen, dass ich, wie viele andere, gelegentlich über die zunehmende Präsenz von generativer KI und die damit einhergehenden Überwachungstechnologien klage. Ring-Kameras, Datenbroker und Gesichtserkennung sind längst fester Bestandteil unseres Alltags in den Vereinigten Staaten. Meine Sorge vor einem Big-Tech-gesteuerten Überwachungsstaat ist berechtigt. Um meine persönlichen Daten so gut wie möglich offline zu halten, nutze ich einen entsprechenden Dienst – hauptsächlich, weil ich als Autor im Internet oft Zielscheibe von Doxxing-Kampagnen bin. Dennoch bleibe ich meiner unethisch produzierten iPhone treu, beteilige mich an politischen Demonstrationen und gebe bereitwillig meinen Namen und meine E-Mail-Adresse preis, um beispielsweise einen Rabatt auf das Hundefutter meines Vierbeiners zu erhalten.
Die Ohmni-Kollektion bot mir die Möglichkeit, diese Diskrepanz zwischen meiner Furcht und meinem Verhalten zu erkunden. Der Trenchcoat allein kostet auf der Webseite von Ohmni über 200 Dollar – ein Preis, bei dem es finanziell sinnvoller wäre, sein Smartphone einfach zu zerstören. Dennoch kann ich es nicht bereuen, mich mit Produkten auseinanderzusetzen, die uns für unsere Verwundbarkeit gegenüber Big Techs Überwachungspraktiken sensibilisieren, selbst wenn es sich dabei nur um modische Spielereien handelt.
Beim Anprobieren des gesamten Outfits – Aluminiumkappe, Trenchcoat und Bauchtasche – wirkte ich zunächst wie ein Tourist auf dem Weg zu den Niagarafällen oder ein Teilnehmer einer After-Hours-Trance-Party in Los Angeles. Beim Spaziergang mit meinem Hund durch Hollywood fühlte ich mich ironischerweise sichtbarer als sonst. Eine Passantin lobte meinen Mantel, während andere mich neugierig beäugten und sich fragten, warum ich an einem sonnigen Tag bei 84 Grad Fahrenheit dicken Regenmantel trug.
Ob M.I.A.s Bekleidungslinie tatsächlich dazu beitragen kann, besonders für vulnerable Gruppen wie Einwanderer, Aktivisten oder andere von Überwachung betroffene Personengruppen, weniger anfällig zu machen? Die Antwort ist wahrscheinlich ein resigniertes „LOL, nein“. Aber das Bewusstsein für die Problematik ist der erste Schritt zur Veränderung.
