Männermode im wandel: der 'schlanke mann' erobert die laufstege!
Die Modewelt steht Kopf! Während wir uns erst an übergroße Silhouetten und weite Stoffbahnen gewöhnt hatten, präsentieren Miuccia Prada, Raf Simons, Jonathan Anderson und Demna bei Gucci nun eine überraschende Kehrtwende: Der 'Schlanke Mann' ist der neue Trendsetter.
Die designer-entscheidung: ein klarer trend entsteht
Es ist selten, dass so viele einflussreiche Designer sich gleichzeitig auf eine so deutliche Veränderung einigen. Doch die jüngsten Kollektionen zeigen ein klares Bild: Die Herrenmode verabschiedet sich von der gemütlichen Lockerheit und setzt auf eine körperbetonte, definierte Ästhetik. Demna, der bei seiner ersten eigenen Show für Gucci all jenen losen, fließenden Formen Ade gesagt hat, die er bei Balenciaga so schätzte, präsentierte eine Kollektion, die von Strenge und Präzision geprägt war. Ein Look, bestehend aus hoch sitzenden silbernen Jeans und einem eng anliegenden T-Shirt, das einen Hauch von Hüfte entblößte, vermittelte die neue Richtung mit Nachdruck. Wie der Designer selbst gegenüber 'The Cut' andeutete, sei er noch auf der Suche nach der perfekten Silhouette, doch sie werde gewiss 'scharf' sein.
Auch Jonathan Anderson, der bereits mit seiner ersten Kollektion für Dior für Aufsehen sorgte, überraschte mit einer deutlichen Abkehr von den übergroßen Shorts und weiten Jacken: Glitzernde Tops für den Abend, Jeans im Rock'n'Roll-Stil und taillierte Bar-Mäntel prägten den Look. Doch inmitten dieser auffälligen Elemente verbarg sich eine klare Richtung: Skinny-Hosen, die den Körper umspielten, kombiniert mit passenden Jacken, die einen Blick auf die definierte Taille gewährten.
Auch bei Prada, die kürzlich ihre Frühkollektion 2027 präsentierte, war diese Tendenz erkennbar: Verkürzte Jacken, kombiniert mit schmal geschnittenen Hosen – eine Weiterentwicklung des schlanken Profils der letzten Frühjahrssaison. Es brodelt also in der Herrenmode!

Warum dieser plötzliche wandel?
Lange Zeit beherrschten übergroße Formen die Laufstege, wir waren gefangen in einem endlosen Kreislauf aus weiten Stoffbahnen und kuscheligen Mänteln. Der Körper wurde in Schichten aus flauschigem Material versteckt. Doch diese neuen Looks verkünden: Genug ist genug! Der Körper soll wieder ins Rampenlicht treten – sei es durch einen freizügigen Blick auf die Haut oder durch die körperbetonende Passform eines Shirts, das jede Muskelwelle erkennen lässt.
Die Schnitte sind präziser und definierter denn je, was einen erfrischenden neuen Look schafft. Ist dies ein Kommentar zu unserer zunehmenden Besessenheit von Körperbildern im Zeitalter von Ozempic, oder lediglich ein Pendelschlag der Designer, die von dem, was sie zuvor geschaffen haben, gelangweilt sind? Können sie die übersättigten, flatternden Formen endlich hinter sich lassen und nach etwas Neuem, etwas Aufregendem suchen? Eine berechtigte Frage, die ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht beantworten kann.
Was bleibt zu sagen? Die Zeit der weiten Mäntel und fließenden Hosen könnte bald vorbei sein. Es lohnt sich also, die Liegestütze nicht zu vergessen – die Herrenmode des kommenden Jahres fordert einen athletischen Körper.
