Handwerkskunst im fokus: loewe foundation zeichnet jongjin park aus
- Ein wettbewerb, der verbindet
- Neue impulse durch frische jury-mitglieder
- Jongjin parks „strata of illusion“ überzeugt
- Korea im rampenlicht
- Besondere anerkennungen für visintin und baba tree master weavers
- Von lack bis glas: eine vielfalt an materialien und techniken
- Die relevanz von handwerkskunst im zeitalter der ki
Singapur bebt vor Kreativität! Die Loewe Foundation hat ihre jährliche Craft Prize Ausstellung in der National Gallery eröffnet – und das gleich mit einem fulminanten Sieg für den südkoreanischen Keramikkünstler Jongjin Park. Eine Anerkennung, die nicht nur seine außergewöhnliche Arbeit würdigt, sondern auch die wachsende Bedeutung von Handwerkskunst in einer zunehmend digitalen Welt unterstreicht.
Ein wettbewerb, der verbindet
Seit neun Jahren ist der Loewe Craft Prize ein Leuchtturm für Handwerker aus aller Welt. Die diesjährige Auswahl umfasst beeindruckende 30 Finalisten aus 19 Ländern – von Haiti bis Australien – und ging aus über 5.100 Einreichungen aus 133 Nationen hervor. Ein Beweis dafür, dass die Liebe zum Handwerk global verbindet und inspiriert.

Neue impulse durch frische jury-mitglieder
Die diesjährige Jury, verstärkt durch die neuen Co-Creative Directors von Loewe, Jack McCollough und Lazaro Hernandez, brachte frischen Wind in den Auswahlprozess. „Die Schönheit und die Hingabe, mit der Menschen Dinge auf höchstem Niveau herstellen, ist unglaublich inspirierend“, so Hernandez. Sheila Loewe, Präsidentin der Loewe Foundation, lobte das Duo für ihre „mehr Farbe“ und ihre Leidenschaft für das Handwerk.

Jongjin parks „strata of illusion“ überzeugt
Der Preis in Höhe von 50.000 Euro ging an Jongjin Park für seine skulpturale Keramikarbeit „Strata of Illusion“. Die filigrane Struktur, die aus unzähligen mit Porzellan überzogenen Papierschichten gefertigt wurde, erinnert an ein zerbrechliches Millefeuille in Pastelltönen. Ein unerwarteter Kollaps im Ofen, den Park selbst als Zufall beschreibt, verlieh dem Werk eine zusätzliche Dimension und betonte die Dualität von Härte und Zerbrechlichkeit, die die Jury begeisterte. Abraham Thomas vom Metropolitan Museum of Art sprach von einem „Zeugnis für die Expansivität der Keramik.“
Korea im rampenlicht
Neben Parks Sieg stachen auch andere südkoreanische Künstler auf der Shortlist hervor, was Loewe als Beweis für die „große Bedeutung Koreas für zeitgenössische Handwerkskunst“ wertete. Anders als in vielen anderen Teilen der Welt, wo Handwerk erst erklärt und gefördert werden muss, sei in Korea die Wertschätzung für traditionelle Techniken und innovative Ansätze bereits tief verwurzelt.
Besondere anerkennungen für visintin und baba tree master weavers
Neben dem Hauptpreis wurden auch Graziano Visintin, ein italienischer Schmuckdesigner, und die ghanaischen Baba Tree Master Weavers besondere Anerkennungen zuteil. Visintins filigrane Gold-Kubenetze und die beeindruckende Wandweberei der Baba Tree Master Weavers, die mit Drohnenfotografie kartografiert wurde, zeigten die Vielfalt und das kulturelle Erbe des Handwerks.
Von lack bis glas: eine vielfalt an materialien und techniken
Die Ausstellung präsentierte ein breites Spektrum an Materialien und Techniken – von Nan Weis kleinem Lackskulptur bis zu Nobuyuki Tanakas imposanter, über 1.300 Jahre alter Kantsitsu-Arbeit. Auch im Bereich Glas wurden beeindruckende Werke gezeigt, darunter Liam Flemings anamorphe Skulptur und Maria Koschenkovas transzendente, aus Vintage-Glas gefertigte Installation, die an die expressiven Gemälde von Francis Bacon erinnerte.
Die relevanz von handwerkskunst im zeitalter der ki
Angesichts der zunehmenden Dominanz digitaler Technologien unterstreicht die Loewe Foundation Craft Prize die anhaltende Bedeutung von Handwerkskunst. Deyan Sudjic, Director Emeritus des Design Museums in London, betonte: „In einer von Bildschirmen dominierten Welt suchen Menschen nach einer physischen Verbindung zur Welt, nach Objekten, die sie berühren und mit denen sie Geschichten erzählen können.“ Die steigende Anzahl der Einreichungen – die höchste seit Bestehen des Preises – bestätigt diesen Trend.
Die Grenzen zwischen Kunst und Handwerk verschwimmen zusehends, und der Loewe Craft Prize nimmt eine einzigartige Position an dieser Schnittstelle ein. Wie Sudjic treffend bemerkte: „Der Preis wird wunderschön präsentiert, mit Überzeugung durchgeführt und mit einer großzügigen Geste dargeboten – eine authentische Beziehung, die die Bedeutung des Handwerks neu definiert.“
