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Mode-ikone joan burstein: ihr vermächtnis lebt weiter

Die britische Mode hat eine Legende verloren. Joan Burstein, die mit ihrem Kaufhaus Browns die 70er-Jahre revolutionierte und zahlreiche Designerkarrieren maßgeblich beeinflusste, ist im Alter von 100 Jahren verstorben. Eine Frau, deren scharfer Blick und unerschrockener Mut die Modewelt nachhaltig prägten.

Von browns zu commes des garçons: eine visionärin

1970, gemeinsam mit ihrem Mann Sidney Burnstein, gründete sie Browns – ein Ort, der weit mehr als nur ein Geschäft war. Es war eine Plattform für aufstrebende Talente und internationale Stars gleichermaßen. Namen wie John Galliano, Paul Smith und Giorgio Armani wurden hier zu gefeierten Größen, unterstützt von Bursteins unerschütterlichem Glauben an ihr Potenzial. Ein besonderes Augenmerk legte sie auf junge britische Designer, deren Werke sie mit Leidenschaft präsentierte.

Die Geschichte, wie sie 1984 die gesamte Abschlusskollektion von John Galliano von der Central Saint Martins kaufte und in ihren Schaufenstern ausstellte, ist legendär. Auch Hussein Chalayan und Alber Elbaz verdanken ihr einen wichtigen Karriereschub. Es war nicht nur das Ausstellen der Kleidung, sondern auch die Art, wie sie diese präsentierte, die Browns so einzigartig machte – ein Spiegelbild von Bursteins persönlichem Stil und ihrem exzellenten Gespür für Trends.

Ein blick in die vergangenheit: studio 54 und die entdeckung von calvin klein

Ein blick in die vergangenheit: studio 54 und die entdeckung von calvin klein

Bursteins Charisma war legendär. 1981 traf sie Calvin Klein in Studio 54, und schon bald war der Designer bei Browns vertreten. Die Liste der Designer, die Browns als Sprungbrett nutzten, wurde in den folgenden Jahren immer länger: Missoni, Ralph Lauren, Donna Karan und Alaïa reihten sich aneinander. 1987 wagte Browns als erstes Kaufhaus den Schritt und präsentierte Commes des Garçons von Rei Kawakubo – ein Statement, das ihre Innovationsfreude unterstrich.

Ihre Vision ging weiter, als sie 1997 Brown’s Focus eröffnete, ein Geschäft, das sich ausschließlich neuen, aufstrebenden Designern widmete. Hier fanden Christopher Kane und Simone Rocha ihren ersten wichtigen Auftritt. Die Anerkennung für ihre außergewöhnlichen Verdienste um die britische Mode kam 2006 in Form eines CBE (Commander of the Order of the British Empire).

“Ich bin einfach begeistert von dieser Auszeichnung – jetzt muss ich mich nur noch überlegen, was ich zur Queen anziehe!”, soll sie damals gesagt haben, ein Zitat, das ihre trockene, selbstironische Art perfekt widerspiegelt. Die Familie Burstein war ihr stets wichtig, und 2007 übernahmen ihr Sohn Simon die Geschäftsleitung, während ihre Schwester Caroline die kreative Leitung übernahm. Gleichzeitig digitalisierte Browns sein Geschäft mit einem eigenen Online-Shop.

Die Übernahme durch Farfetch im Jahr 2015 markierte einen weiteren Wendepunkt. Obwohl Browns in der Folgezeit einige Herausforderungen zu bewältigen hatte, bleibt das Vermächtnis von Joan Burstein unvergesslich. Sie hat die britische Mode nachhaltig geprägt und eine Ära eingeläutet, in der junge Designer eine Stimme bekamen – eine Ära, die auch nach ihrem Tod weiterleben wird.